Maske in Blau

Operette in fünf Bildern von Fred Raymond

Ort und Zeit des Geschehen : San Remo und Argentinien in der Gegenwart

Die Handlung:

1.Bild.

Platz vor dem Grand Hotel in San Remo. Der Maler Armando Cellini ist durch sein Bild Maske in Blau über Nacht berühmt geworden. Mit ihm freuen sich seine Freunde über den Erfolg: Kilian, Seppl Fraunhofer und die temperamentvolle Ungarin Juliska, Seppls Freundin. Noch mehr als sein junger Ruhm aber erregt den Künstler die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit dem Modell seines Bildes, vor einem Jahr hat Armando die Frau, die er nicht vergessen kann, auf einem Ball als Maske in Blau kennengelernt. Sie hat ihr Gesicht in jener Nacht, da er sie malte, nicht gezeigt, ihm aber versprochen, übers Jahr wieder nach San Remo zu kommen. Ein Erkennungszeichen wird sie bei sich führen; den Ring, den er ihr damals verehrte. Unter den Freunden die heute eingetroffen sind, ist auch eine argentinische Plantagenbesitzerin, Evelyne Valera. Ihr Majordomus und Reisebegleiter Gonzala kommt mit Kilian ins Gespräch, der ihm von Armandos Erfolg und auch von der Liebe des Künstlers zum Urbild seines Gemäldes erzählt.. Voll Freude hört Evelyne diese Nachricht - sie selbst war ja die Maske in Blau. Wird sie in Armando den Mann finden, den sie als Lebensgefährten ersehnt? Bald fügt es sich, daß sie ihm vorgestellt wird. Man vereinbart einen Besuch in seinem Atelier.

 

2. Bild

Im Atelier Armandos. Erregt hofft Armando auf Evelynes angekündigten Besuch. Statt der Erwarteten findet sich jedoch zunächst ein Fremder ein; Pedro dal Vegas. Er möchte dem Maler das preisgekrönte Bild abkaufen. Als ihm Armando diese Bitte abschlägt, ersucht ihn Pedro, das Bild einer ihm nahestehenden Dame zu malen, die er ihm morgen beim Fest des Marchese Cavalotti vorstellen werde. Wenige Augenblicke nach diesem Besuch steht Evelyne vor Armando. Als er ihr sagt, wie sehr sie ihn an das Modell seiner Maske in Blau erinnere, gibt sie sich ihm zu erkennen. Beglückt gestehen sie einander ihre Liebe.

3. Bild

Platz vor dem Gerand Hotel. Bei dem Fest, das der Marchese Cavalotti zu Ehren seines Schützlings Armando veranstaltet, erzählt Gonzala dem Maler Kilian von den Bemühungen Pedros dal Vegas um die Gunst Evelynes; Dieser dunkle Ehrenmann, dem es zweifellos vor allem um ihr Geld zu tun sei, mache sich ernste Hoffnungen, zumal sich Evelyne in der Einsamkeit ihrer Hazienda in Argentinien seine Gesellschaft gefallen ließ und seine Werbungen nicht deutlich genug zurückwies; ein solcher Mensch sei wohl zu allem fähig, wenn man seine Absichten störe! Wirklich wird nun eine gemeine Intrige Pedros den Liebenden zum Verhängnis. Er sagt Armando, daß er Evelyne heiraten werde und gibt ihm den Ring, den ihr Armando vor einem Jahr schenkte, zurück, zum Zeichen, daß das "kleine Abenteuer" von San Remo nun beendet sei. Armando glaubt sich verraten. Daß Pedro den Ring aus Evelynes Handtasche entwendet hat, kann er ja nicht wissen. Auf der Suche nach der verlorenen Tasche begegnet Evelyne dem intriganten, und als sie seine heftige Werbung ablehnt, versucht er ihr den Geliebten zu entfremden, indem er ihn als unzuverlässigen Künstler hinstellt. Inzwischen haben Gonzala und Kilian, die nichts von diesen Vorgängen ahnen, beschlossen, vor dem zu befürchtenden Dazwischentreten Pedros eine Entscheidung für Armando und Evelyne herbeizuführen. Auf dem Höhepunkt des Festes geben sie den Gästen die Verlobung der beiden bekannt. Aber Armando lehnt jetzt die Verbindung mit Evelyne schroff ab.

4. Bild

Lilly‘s Saloon in Viedma. Evelyne ist enttäuscht in die Heimat zurückgekehrt. Wie gerne möchte sie Gonzala glauben, daß Armando nur durch ein Mißverständnis zu seinem kränkenden Benehmen an jenem Abend veranlaßt wurde. Pedro, der sich in der Hoffnung, das Erlebnis in Europa würde Evelyne zu seinen Gunsten stimmen, aufs neue einfindet, wird sehr kühl und abweisend empfangen. Auf dem Heimweg gelingt es ihm, ein an Gonzala gerichtetes Telegramm abzufangen, dem er entnimmt, daß Armando, Kilian, Seppl und Juliska soeben in der nahegelegenen Gouvernementshauptstadt Viedma angekommen sind. Durch einen Gaucho, der Pedro beobachtete, erfährt Gonzala von dem ihm unterschlagenen Telegramm. Er hatte es längst erwartet, ahnt seinen Inhalt und macht sich sogleich nach Viedma auf. In Erwartung einer Antwort auf sein Telegramm sitzt Armando mit seinen Freunden beim Wein. Von der Wirtin der Taberna hören sie, daß Pedro wohl bald mit Evelyne Hochzeit halten werde; auch erfahren sie die Meinung der Leute über diesen verschuldeten, wenig angesehenen Mann. Doch Pedro hat auch Freunde; ein Gaucho ergreift seine Partei, und plötzlich kommt es zu bedrohlichem Streit. Juliska bewahrt zwar ihren Seppl vor dem Schlimmsten, aber erst nach Armandos Eingreifen dürfen sich die Freunde wieder sicher fühlen. Armando macht sich jetzt beruhigt allein auf, um die Hazienda möglichst rasch zu erreichen.

5. Bild

Auf der Hazienda am Rio Grande. Am nächsten Morgen. Armando und Evelyne haben sich ausgesprochen und wiedergefunden. Jetzt kommt auch Gonzala mit den Freunden an, sehr besorgt, daß Armando etwas zugestoßen sein könnte. Noch wissen sie nicht, daß er längst hier ist und unterwegs mit Pedro gründlich abgerechnet hat. Evelyne befreit die Getreuen von ihrer Sorge und ruft Armando aus dem Hause. Bald wird es nun Doppelhochzeit geben - denn auch Seppl Fraunhofer will seine Juliska heiraten.

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